Vorschularbeit

Vorschularbeit

Vorschulpädagogik, auch Frühpädagogik genannt, ist eine Fachrichtung der Pädagogik, die sich auf die Altersgruppe der unter 6-jährigen, die Eltern und die spezifische Aufgabe der Erziehung konzentriert.

Deshalb betrachten wir die gesamte Kita-Zeit als Vorbereitung auf die Schule. Von der spezifischen Förderung im letzten Jahr sehen wir ab, weil sich die Schulfähigkeit nach den Empfehlungen des Bildungsrates nicht daran bemessen lässt, dass „Kinder geometrische Figuren erkennen, den eigenen Namen schreiben, Zahlenreihen aufsagen, Bilder zuordnen, einen Menschen mit allen Körperteilen zeichnen, Mengenverhältnisse erfassen, vorgelegte Bilder in eine logische Reihenfolge bringen […] können.“

Die Anforderungen an die Kinder haben sich in den letzten 20 Jahren verändert.

Kinder wollen sich zugehörig, d.h. verbunden mit ihren Bezugspersonen fühlen. Kinder möchten zunehmend autonomer und selbstständiger werden. Kinder möchten als kompetent angesehen werden. Dadurch bleibt die Begeisterung, um Neues zu lernen, bestehen. Wenn die Kinder sich begeistert mit Inhalten auseinandersetzen, entstehen vielfältige Trampelpfade im Gehirn.

Durch phantasievolles Spiel entwickeln sich das Denken und auch die kommunikative Schulkompetenz. Dadurch sind Kinder in der Lage, auf der höchsten Stufe der Rollenspielkompetenz zu spielen.  Das ist eine wichtige Voraussetzung, um im Schulalltag mit anderen zusammen arbeiten zu können.

Kinder benötigen heute ein hohes Maß an sozial-emotionaler Schulfähigkeit.

Im Einzelnen bedeutet das, dass sie:

  • mit anderen zusammenarbeiten,
  • sich mit neuen Inhalten kompetent auseinandersetzen,
  • Schwierigkeiten bewältigen,
  • sich leiten lassen

können.

Daher sehen wir es als wichtig an, dass die Kinder eine gute Beziehungskompetenz entwickeln. Unser Blick wird dabei auf die Stärken der Kinder gerichtet.

Eine Möglichkeit zur gezielten Beziehungsgestaltung ist die „Marte Meo Methode“.

„Marte Meo“ heißt aus eigener Kraft und geht davon aus, dass die Kinder ihre Entwicklungsaufgaben mit Unterstützung selbsttätig lösen können. Durch Beobachtung der Kinder lässt sich erkennen, welche kommunikativen Kompetenzen sie bereits entwickelt haben.

In unserer Beobachtung orientieren wir uns dabei auf die „Marte Meo“ Elemente, die aus wahrnehmen, bestätigen, benennen, sich abwechseln, lenken und leiten lassen bestehen und die wir im Folgenden kurz darstellen:

  • wahrnehmen à sich zurücknehmen und aktiv beobachten
  • bestätigen à offen sein für die Botschaften der Kinder und diese durch Blickkontakt bestätigen
  • benennen à dem Gefühl des Kindes Worte geben und mit ihm Kontakt aufnehmen
  • sich abwechseln à sich einbringen und sich zurücknehmen lernen, unterstützt durch die erwachsene Bezugsperson
  • lenken und leiten lassen à Grundvoraussetzung für Schulfähigkeit!

 

Nach unserem pädagogischen Konzept „Te Whariki“ ist ein Kind dann schulfähig, wenn es seine eigene Matte gewebt hat, aus Zugehörigkeit, Wohlbefinden, Exploration, Kommunikation, Partizipation. Wenn es mit den folgenden fünf Lerndispositionen sicher agieren kann, dann ist es in der Lage:

  • interessiert zu sein à kann wahrnehmen, was der Lehrer sagt
  • engagiert zu sein à kann von ihm Verlangtes umsetzen
  • standzuhalten bei Herausforderungen à kann Situationen aushalten, auch wenn es schwierig wird
  • sich auszudrücken und mitzuteilen à kann seine Bedürfnisse und Gedanken äußern
  • an einer Lerngemeinschaft mitzuwirken à kann Verantwortung übernehmen und mit anderen zusammen arbeiten

Durch diese vielen Aspekte ist es nicht erfolgversprechend, mit der Vorschulförderung erst im letzten Jahr zu beginnen.

Im Frühjahr des letzten Kita-Jahres wird den zukünftigen Schulkindern eine besondere Abschiedszeit hier in der Kita geschenkt.

In dieser Phase finden nochmal besondere und dem Alter entsprechende Aktivitäten statt, wie z. B. Fahrradtraining, Verkehrstraining, Schultüte basteln, Besuch der Schule und die Abschlusswoche.

Schulkinder müssen, können, sollen nicht „fertig“ sein, wenn sie zur Schule kommen!